Veröffentlicht am 25. März 2020

Altersvorsorge für Freiberufler und Selbstständige, Teil 2

Nachdem wir uns in Teil 1 mit der gesetzlichen Rentenversicherung beschäftigt haben, geben wir im 2. Teil einen kurzen Überblick über weitere Möglichkeiten der Altersvorsorge für Freiberufler.

Die private Rentenversicherung

Eine private Rentenversicherung zahlt dem Versicherten im Alter eine Rente. Darin ähnelt sie der gesetzlichen Rentenversicherung. Garantiert wird dem Kunden jedoch nur ein Teil der Auszahlung.

Der andere Teil ist die „Gewinnrente„. Der Gewinnrentenanteil kann je nach Geschäftserfolg niedriger oder höher ausfallen. Üblich sind bei der privaten Rentenversicherung zwei Vertragsvarianten: die aufgeschobene Rente und die sofort beginnende Rente.

Aufgeschobene Rente

Die Renteneinzahlungen erfolgen in der Regel über etliche Jahre, erst danach beginnt die Rentenauszahlung.

Sofort beginnende private Rente

Die sofort beginnende private Rente funktioniert dagegen nach dem Prinzip, dass man einmalig einen (größeren) Geldbetrag einzahlt. Unmittelbar darauf erhält man seine monatliche Rentenauszahlung.

 

Wenn Sie eine private Rentenversicherung abschließen, sollten Sie unter anderem folgende Punkte bedenken:

• Bei einer aufgeschobenen Rentenversicherung sind hohe Verluste möglich, wenn Sie vorzeitig kündigen wollen oder müssen.

• Die (größere) Einmalzahlung die Freiberufler oder Selbstständige für eine sofort beginnende Rente aufgewendet haben, kann nicht mehr zurück gefordert werden. Es ist also wichtig genau abzuwägen, wie viel von Ihrem Vermögen Sie in eine Einmalzahlung investieren. Wer hohe Anteile von seinem Vermögen einzahlt, verliert finanzielle Flexibilität.

• Freiberufler und alle anderen Versicherungsnehmer, die bei der aufgeschobenen Rentenversicherung „Kapitalwahlrecht“ vereinbart haben, können kurz vor Rentenstart entscheiden, ob die Rente Monat für Monat oder einmalig ausgezahlt wird.

• Ist eine Rückzahlung von Beiträgen (plus Überschüssen) bei Todesfall während des Ansparens oder eine Rentengarantiezeit nach Beginn der Rentenzahlung vereinbart, profitieren Ehepartner, Kinder oder andere Erben unter Umständen auch noch nach dem Tod des Versicherten.

• Prüfen Sie, ob es sich für Sie rechnet, die Beiträge zu privaten Rentenversicherung einmal pro Jahr statt jeden Monat zu überweisen.

• Sie sollten unbedingt einen Beitrags-/Leistungsvergleich anstellen. Auch die übrigen Vertragskonditionen sollten Sie beachten. Hier helfen zum Beispiel Vergleichsportale und Verbraucherzentralen weiter.

Die Rürup-Rente

Auch die Rürup-Rente ist eine Option der Altersvorsorge für Freelancer und Selbstständige. Sie wird vom Staat gefördert und bietet den Versicherten interessante Steuervorteile. Doch nicht alle Freelancer profitieren gleichermaßen von der Rürup-Rente. Wegen der recht hohen Summen, die pro Jahr steuerlich abgesetzt werden können (derzeit bis zu 90 % von 25.046 Euro bei Singles), werden eher gut bis sehr gut verdienende Freelancer angesprochen.

Nicht ganz so überdurchschnittlich verdienende ITler oder Engineers sollten prüfen, ob die Rürup-Rente sich auch für sie rechnet. Generell muss bei der Rürup-Rente – wie bei anderen Vorsorgeformen – auch bedacht werden, dass die Renten(aus)zahlungen im Alter dann bei der Einkommenssteuer berücksichtigt werden.

Vielfältige weitere Möglichkeiten der Altersvorsorge

Einige weitere bei Freiberuflern und Selbstständigen beliebte Formen der Altersvorsorge können wir hier nur kurz auflisten:

• Berufsständische Versorgungswerke
• Immobilien
• Aktien und Fonds
• Lebensversicherungen
• Bausparverträge
• Anleihen
• Edelmetalle
• Tagesgeld

Das Team von Westhouse rät, prüfen Sie Entscheidungen für Ihre Altersvorsorge gründlich. Wägen Sie ab und holen Sie unabhängigen Rat ein.

Betrachten Sie diese Hinweise bitte als Anregung. Bedenken Sie auch: Gesetze und andere Regelungen, welche die gesetzliche oder die private Rentenversicherung oder andere Vorsorgemaßnahmen betreffen, können sich ändern. Dies könnte sich wiederum auch auf die Besteuerung oder Steuerfreibeträge auswirken. Bestimmte Vorsorgemaßnahmen können zudem krisenanfälliger beziehungsweise krisenresistenter sein als andere.

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