Veröffentlicht am 4. November 2020

Anregungen für bessere Kommunikation im Beruf

Wie geschieht Kommunikation im Beruf und im Privatleben? Das beschreiben sogenannte Kommunikationsmodelle, die Psychologen und andere Wissenschaftler entwickelt haben.

Für alle Berufstätigen, ob fest angestellt oder freiberuflich, kann es höchst interessant sein, einen kleinen Schritt zur Seite zu treten und sich selbst und andere zu beobachten. Wie funktioniert unsere tägliche Kommunikation, wenn wir sie mit den Augen und Ohren eines Forschers zu betrachten? Was übersehen wir oft in Gesprächen? Wie können wir mehr Verständnis für unsere Gesprächspartner gewinnen? Wie gelingt unsere Kommunikation im Betrieb, im Team und mit Auftraggebern besser und reibungsloser?

Gerade für Freelancer sowie für IT-Experten und Engineers im Home Office ist es zudem wichtig, gelegentlich die Besonderheiten der digitalen Kommunikation im Beruf zu reflektieren. Bei Gesprächen über Skype oder in einer Videokonferenz können gerade non-verbale Signale schnell übersehen werden. Wir erkennen nicht immer direkt das ganze Bild.

Schauen wir kurz auf drei der bekanntesten Kommunikationsmodelle:

1. Das Eisberg Modell

Wie bei einem echten Eisberg gibt es sofort sichtbare und weit größere unsichtbare Anteile bei der Kommunikation. Beim Eisberg-Kommunikationsmodell wird davon ausgegangen, dass die „Sachebene (Fakten, Zahlen, Daten) nur circa 10 bis 20 Prozent eines Gesprächs ausmacht.

Ganze 80 bis 90 Prozent der Kommunikation macht die Beziehungsebene aus. Hinein spielen zuvor gemachte Erfahrungen, die gemeinsame Geschichte der Teilnehmer und einiges mehr. Besonders wichtig um Kommunikation wirklich zu begreifen, ist also die nonverbale Kommunikation, wie Körpersprache, Gestik und Mimik. Auch der Tonfall kann eine Rolle spielen.

 

Betrachten wir als Beispiel den Satz: „Das halte ich für eine komplette Fehlanalyse“.
Was sich so kritisch anhört, kann, wenn diesen Satz ein Freund unter vier Augen äußert, als ehrlicher, konstruktiver Hinweis gemeint sein und so auch von uns aufgenommen werden. Überträgt man das Beispiel auf die Kommunikation im Beruf und sagt dies ein Kollege, den man nicht sonderlich mag, in einem Meeting, kann man sich dagegen schnell beleidigt fühlen. Es ist aber ein und derselbe Satz.

2. Das Vier-Ohren-Modell (auch: Vier-Seiten-Modell)

Ein synonymer Begriff für dieses bekannte Kommunikationsmodell ist „Nachrichtenquadrat“.

Auch hier gibt es – ähnlich wie im Eisberg-Modell – die Sachebene: Was wird gesagt = Welche Informationen werden mitgeteilt.

Dann gibt es die Selbstoffenbarung = das ist das, was jeder Sprecher, oft unbewusst, aber auch bewusst von sich selbst preisgibt. Wir erfahren so etwas über die Gefühls- und Gedankenwelt unseres Gegenübers. Zum Beispiel können häufig gebrauchte Begriffe Einblick ins Wertesystem geben.

 

Vier-Seiten-Modell

 

Wichtig ist auch in diesem Modell die 3. Seite/Ebene, die Beziehungsebene: Respekt, Freundschaft, Unsicherheit, Sympathie, Antipathie, Distanz oder Nähe, Kennen oder Nichtkennen. All dies spielt hinein in die Kommunikation.

Die vierte Seite beziehungsweise das „vierte“ Ohr, welches der Empfänger auf den Sender richten soll, ist der Apell. Der Sender führt die Kommunikation ja nicht allein, er will dem Empfänger etwas mitteilen und verfolgt damit ein Ziel. So soll beispielsweise ein Lob den Empfänger motivieren und zusätzlich für den Sender positiv einnehmen.

3. Das Sender-Empfänger-Modell

Dieses Modell wurde von zwei Mathematikern entwickelt. Der Gedanke dahinter: Jede Kommunikation hat zwei Seiten, zwei Beteiligte.

Der Sender will eine Nachricht an den Empfänger übermitteln. Da der Empfänger keine Gedanken lesen kann, muss diese Nachricht kodiert werden. Der Code besteht primär aus Sprache, aber sie wird unterstützt, begleitet und manchmal auch konterkariert durch Mimik, Gestik und so weiter.

Der Empfänger empfängt den Code und dekodiert ihn. Dabei ist wichtig, dass er der Sprache des Senders mächtig ist und zusätzlich die weiteren Signale des Körpers, des Gesichts und so weiter möglichst gut erkennt und berücksichtigt. Vollständig ist die Kommunikationseinheit nach dem Sender-Empfänger-Modell, wenn der Empfänger ein Feedback zurücksendet.

 

Ein konkretes Beispiel:
Wenn bei einer Videokonferenz jemand sagt: „Sie sind sehr überzeugend.“
Dann kann dies einfach genau so gemeint sein und damit lobend beziehungsweise unterstützend wirken. Grinst der andere dabei jedoch hämisch (oder nehmen wir ein eigentlich gemeintes freundliches Lächeln so wahr), dann fühlen wir uns angegriffen. Je nachdem zu Recht oder Unrecht. Und dies obwohl die Wortwahl exakt die Gleiche ist. Was war also die wirkliche Apell-Absicht des Senders?

Gerade das Sender-Empfänger Kommunikationsmodell macht klar, dass besondere Komplikationen entstehen können für Gesprächs- bzw. Kommunikationsteilnehmer, die nicht Muttersprachler sind oder aus einem anderen Kulturkreis kommen. Das gilt sowohl für die Kommunikation im Beruf als auch im Privatleben.

 

Es macht Spaß, besser zu verstehen, wie wir im Beruf und sonst kommunizieren. Schauen Sie dazu auch in unseren Blog-Beitrag: „Smalltalk: vier eisbrechende Einstiege nicht nur für Informatiker“. Viele weitere Infos finden Sie kostenlos im Internet oder in Ihrer Buchhandlung.

Gute Kommunikation bringt uns weiter und überwindet Grenzen. Viel Erfolg beim besseren Kommunizieren, wünscht Ihr Westhouse Team.

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