Gepostet am 8. August 2017

Digitalisierung – wir fragen bei Frank Duscheck nach

Interview mit Frank Duscheck zur Digitalisierung

Ein Interview rund um das Thema Digitalisierung

Frank Duscheck, Partner bei BearingPoint, besuchte uns als Key Note Speaker und sprach mit uns über seine Erfahrungen im Bereich Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle im industriellen Service. Wir baten ihn im Anschluss um ein kurzes Interview rund um das Thema Digitalisierung:

Sie sind als einer der besten Unternehmensberater Deutschlands ausgezeichnet worden – hat ihnen auch Digitalisierung zu diesem Erfolg verholfen? Wenn ja wie?

Ausgangspunkt für diese Auszeichnung war u.a. das Plattformkonzept, welches wir gemeinsam mit unserem Kunden Schindler entwickeln durften. Man hat in der Digitalisierungsbranche erkannt, dass die Themen die Schindler hier umsetzt führend in der Industrie sind. Zusammen mit unserem Kunden durften wir im Bereich Digitalisierung eine grüne Wiese betreten und konnten dessen Vertrauen mit dem Projekterfolg zurückzahlen. Die neuen digitalen Lösungen sind unter dem Namen Ahead dieses Jahr auf der Hannover Messe gelauncht worden.

(Mehr Infos zur Auszeichnung)

Was ist Ihr persönliches Geheimrezept warum das Projekt so gut gelaufen ist und Sie daher die Auszeichnung erhalten haben?

Bei BearingPoint wird ein großer Focus auf Business und IT Alignement gesetzt. Wir haben das Industrie-know-how gepaart mit den richtigen Kompetenzen für die Umsetzung. Die optimale Projektbesetzung spielt hierbei ebenfalls eine große Rolle – hier wurden wir durch Westhouse im Vorfeld sehr gut unterstützt.

Was sind die grundsätzlichen Schritte hin zum digitalen Unternehmen?

Man tut sich oft schwer die ganzen Buzzwords im Bereich der Digitalisierung auf sich zu übertragen – Digitalisierung ist am Ende ja doch etwas Operatives, daher ist ein klares Verständnis „was heißt Digitalisierung für mein Unternehmen“ der erste wichtige Schritt. Am Ende geht es bei allen Digitalisierungsthemen in erster Linie um den Kunden. Dieser muss einen Mehrwert durch die Digitalisierung erzielen – auch hierüber muss man sich im Vorfeld Gedanken gemacht haben.

Der nächste Schritt ist dann die passende Umsetzungsstrategie – was ist die richtige Reihenfolge also Roadmap? Wie können möglichst schnell erste Erfolge, so genannte „Quick wins“ erzielt werden? usw.

Ein kleiner Tipp: Nicht bis zum Endprodukt warten, sondern schrittweise vorgehen und auch bereits kleinere Erfolge vorab intern aber auch am Markt kommunizieren.

Woran liegt es, wenn Digitalisierung im Unternehmen scheitert?

Sehr häufig werden diese Projekte getriggert durch Softwareanbieter, der Kunde hat aber eventuell an diesem Punkt noch nicht das nötige Wissen was zu seiner Unternehmensstrategie passt.

Hier sollten die Schritte umgedreht werden – erst analysieren was möchte ich in dem Projekt passend zu meinem Geschäftsmodell erreichen und anschließend abklären welches ist die richtige Software für mein Businessmodell und mein Projektziel.

Eine weitere Gefahr für ein Scheitern ist, dass der Scope des Projektes sich ständig ändert – hier empfehle ich, die Projekte lieber so aufzustellen, dass diese schnell ein erstes Ergebnis zeigen und nicht zu „Over engineered“ vorgehen. Sprich, schnell zu einem MVP (Minimum Viable Product) zu kommen und dann in kurzen Zyklen (agil) um neue Funktionen erweitern.

Stoßen Sie auch auf Widerstand gegen Digitalisierung?

Eigentlich nicht – es ist manchmal eine Unsicherheit vorhanden „was bedeutet Digitalisierung für mein Unternehmen?“, „wie sehen meine Kunden das?“ und „wo kann Digitalisierung einen Mehrwert bieten?“. Diese Fragen klären wir zuerst. Dann ist wichtig zu sehen, dass Digitalisierung nichts mit Technologie zu tun hat – die Technologie ist da – es geht um die Frage wie kann ich diese Technologien nutzen um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Wie gehen Sie damit um, dass am Ende des Projektes dieses auch einen Mehrwert für den Kunden darstellt?

Man muss sich als Problemlöser sehen. Es gibt für Plattformen ganz verschiedene Ausrichtungen und verschiedenen Mehrwert der geschaffen werden kann – zum Beispiel Kundenzufriedenheit und Effizienz. Im Laufe eines Digitalisierungsprojektes stellt man dann öfter fest, dass noch andere Potenziale vorhanden sind, die man dann auch nach und nach mitziehen kann. Bis hin zu ganz neuen digitalen Geschäftsmodellen und Revenue Streams.

Wie beeinflusst Ihrer Meinung nach die Digitalisierung auch die Branche der Personaldienstleister?

Es werden immer stärker Experten im Bereich Digitalisierung gesucht und das gesuchte Profil gerade auch bei Freiberuflern verändert sich – zum Beispiel in Richtung cloud services, Architektur oder security.

Wir danken Herrn Duscheck, dass er sich die Zeit für das Interview genommen hat.
Unser Team hat aufgrund des Vortrags zum Thema Digitalisierung und der anschließenden Diskussion neue Impulse gewonnen. “Westhouse goes Digital…“

Freuen Sie sich auf unsere Ideen!

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