Gepostet am 13. September 2019

Wird Cloud Computing alternativlos?

Für viele Unternehmen klingt es äußerst verführerisch: Komplette IT-Infrastrukturen wie Speicherplatz, Rechenleistung oder Software einfach über das Internet oder über ein VPN-Netzwerk nutzen. Weg mit den Firmenservern und den eigenen Rechenzentren. Keine riesigen Anschaffungskosten für Hard- und Software mehr, keine Räume voller Server, die gekühlt und bewacht werden müssen. Stattdessen kalkulierbare monatliche Mietkosten. Keine bösen Überraschungen mehr durch plötzliche Hardwareausfälle. Doch ist dies die ganze Wahrheit?

In der Cloud geschehen die Nutzung von Software und das Speichern über technische Schnittstellen und über die Clientsoftware. Und als Clientsoftware reicht oft schon ein normaler Internetbrowser.

Firmen mit mehreren Standorten müssen in der Regel ohnehin dafür sorgen, dass alle Filialen, Büros und Werke miteinander digital vernetzt werden. Wieso dann nicht gleich die IT vollständig in die Cloud verlegen? Auch IT-Spezialisten, Software-Ingenieure, SAP-Berater, Engineers und andere Freiberufler wissen die Vorteile zu schätzen. Denn durch Cloud Computing können Sie jederzeit überall auf sämtliche Programme und alle Daten zugreifen. Auf Geschäftsreisen, im In- und Ausland. Die Cloud ist außerdem ideal für die Arbeit in Teams selbst Kontinente übergreifend.

Privacy, Sicherheit und Insolvenzen bleiben kritische Punkte beim Cloud Computing

Alles, was der Cloud anvertraut wird, muss geschützt werden. Sensible Daten, die zum Beispiel aktuelle Entwicklungsprozesse, Patente, Strategien, Ausschreibungsunterlagen oder Zahlungsdaten betreffen, dürfen nicht von Kriminellen oder der Konkurrenz ausgespäht werden. Hinzu kommen Fragen des Datenschutzes. Erhalten Behörden, zum Beispiel der USA, Zugriff auf sensible Daten von deutschen oder europäischen Nutzern oder deren Kunden? Einige der bedeutendsten Anbieter wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google haben ihren Hauptsitz in den USA. Unabhängig davon gibt es die Bedrohung durch Geheimdienste oder Hacker ausspioniert zu werden.

Außerdem ist es möglich, dass Cloud-Anbieter insolvent werden oder ihren Betrieb plötzlich einstellen. Dies kann, wenn es kurzfristig geschieht, sogar das Kerngeschäft der Nutzer bedrohen. Eine weitere Gefahr ist, dass die Cloud-Anbieter, sobald die allermeisten firmeneigenen Rechenzentren geschlossen wurden, beginnen könnten an der Preisschraube zu drehen.

SaaS, IaaS, oder PaaS? Die drei wichtigsten Cloud-Service-Modelle kurz vorgestellt:

• Software as a Service (SaaS) wird oft auch als Software on Demand bezeichnet. Einzelne Programme und Anwendungen oder ganze Programmpakete werden angemietet und über das Internet genutzt.

• Infrastructure as a Service (IaaS) bedeutet die Bereitstellung der technischen Infrastruktur, also von Hardware, Rechenleistung, Speicherplatz und Netzwerkressourcen. Damit stellt der Cloud-Anbieter das zur Verfügung, was früher in einem oder mehreren firmeneigenen Rechenzentren gebündelt war. Meist kann der Nutzer hier weitgehend eigenständig nach Wunsch konfigurieren. Die Wartung übernimmt der Anbieter.

• Platform as a Service (PaaS) bedeutet, dass den Kunden eine Plattform für die Entwicklung und das Anbieten eigener Software-Anwendungen zur Verfügung gestellt wird. Dazu zählen Tools für Entwickler, Datenbankverwaltungen sowie Werkzeuge rund um die Analyse von Geschäftsprozessen. Diese Form des Cloud-Services zeichnet sich dadurch aus, dass Programmierungs- und Entwicklungsumgebungen flexibel bereitgestellt werden. Cloudbasierte Anwendungen können im Internet getestet werden.

Die drei wichtigsten Unterscheidungen nach Cloud-Zielgruppe: Public Cloud, Private Cloud, Hybrid Cloud

• Public Clouds machen ihre Dienste über das Internet jedermann zugänglich. Kostenlose E-Mail-Dienste oder die Google-Docs sind genauso Beispiele wie kostenpflichtige Software zum Beispiel Microsoft Office 365 oder SAP Business byDesign, ein cloudbasiertes Enterprise Ressource Planning-Programm, das sich an Mittelständler richtet.

• Die Private Cloud wird von einem einzelnen Unternehmen oder einer Organisation betrieben. Nur Personen mit entsprechenden Freigaben erhalten Zugriff auf die Private Cloud. Um Sicherheit zu gewährleisten, erfolgt der Zugriff in der Regel nicht über das Internet, sondern über ein VPN-Netzwerk. Damit ist die Private Cloud geschützter als die Public Cloud. Aber es wird mehr Kapital benötigt, um diesen Schutz zu gewährleisten.

• Die Hybrid Cloud kombiniert zwei oder mehr Clouds. Auf diese Weise können beispielsweise Daten in einer Private Cloud gespeichert werden, während die Software, welche die Daten verarbeitet, in einer Public Cloud installiert ist.

 

Cloud Computing ist eines der spannenden, wachstumsintensiven Aufgabengebiete für IT-Profis, für Software-Ingenieure, Programmierer und IT-Sicherheitsexperten. Westhouse Consulting bringt IT-Experten und Kunden zusammen.

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Wenn Sie mehr über IT-Berufe und Weiterbildung rund um das Cloud Computing erfahren möchten, finden Sie weitere Infos in diesem Westhouse-Blog-Artikel: „Weiterbildung im Cloud Computing: bald unerlässlich?

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